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Humboldt County: Die Geschichte des legendÀren Cannabis Gebiets im Norden Kaliforniens

Durch 6. Mai 2020 Keine Kommentare
Straße im Humboldt County im Red Wood National Park - melonada. der Cannabis Blog

SpĂ€testens seit der Netflix Mini-Serie „Murder Mountain“ sollte jeder das „Emerald Triangle“ und besonders das Humboldt County kennen. Das legendĂ€re, wunderschöne Gebiet im Norden Kaliforniens, welches seit knapp 50 Jahren als Cannabis Mekka der USA und Welt gilt. Seit den 70er Jahren herrscht hier ein regelrechter 2ter Goldrausch der Cannabis Bauern. In den Bergen rund um Eureka (das ist die nĂ€chste grĂ¶ĂŸere Stadt in dem Gebiet) entstand schließlich eine Gesetzlosigkeit, fast wie wie im Wilden Westen. Seit der Legalisierung im Jahr 2016 im Bundesstaat Kalifornien melden jedoch immer mehr Menschen ein legales Gewerbe an, wodurch auch die KriminalitĂ€tsrate stark sinkt.

Straße im Humboldt County im Red Wood National Park - melonada. der Cannabis Blog

Was ist das „Emerald Triangle“?

Als kleine auffrischung fĂŒr jeden, der bei Murder Mountain zu bekifft war, um sich an alles zu Erinnern oder die Serie generell nicht gesehen hat: Das „Emerald Triangle“ beschreibt eine Gegend nördlich von San Francisco. Das, Nicht politische Gebiet umfasst die 3 Countys Humboldt, Mendocino und das Trinity County. Die Gegend ist LegedĂ€r fĂŒr sein Cannabis und die frĂŒhere Gesetzlosigkeit, die vor der Legalisierung im Bundesstaat Kalifornien herrschte.
Viele, meist junge Menschen, zog es in das wunderschöne „Emerald Triangle“ um dort im Schatten der grĂ¶ĂŸten BĂ€ume der Welt, dem Red Wood Forest, mit Cannabis das schnelle Geld zu verdienen. Je mehr Menschen in das Gebiet gingen um dort zu Arbeiten, desto mehr Menschen verschwanden auch einfach so Spurlos. Der Stapel der ungeklĂ€rten MordfĂ€lle in den Sheriff BĂŒros ist hoch, sehr hoch und wird wahrscheinlich auch nicht kleiner werden. Viele dieser Straftaten liegen leider schon Jahre zurĂŒck.
Im Emerald Triangle herrscht jedoch nicht nur Gesetzlosigkeit, Mord und Todschlag. Das Gebiet zĂ€hlt zu den schönsten Gegenden in Amerika. Die schroffen, felisgen KĂŒsten, die KĂŒstenmammutbĂ€ume von denen ca 50% des Weltweiten bestands in Red Wood National Park im Norden Kaliforniens zu finden sind und die unberĂŒhrte Natur ziehen jĂ€hrlich tausende Touristen aus aller Welt in das „Emerald Triangle“.

Die AnfÀnge im Humboldt County

In den 60er und 70er Jahren herrschte in Amerika nach dem Vietnam Krieg eine Homecoming Stimmung. Die Menschen kehrten aus dem Krieg zurĂŒck und suchten Entschleunigung, eine entspannte Lebensweise und vor allem Frieden. Raus aus der Stadt, weg vom Hamsterrad und rein in die Natur. DafĂŒr war das Humboldt County perfekt! Wunderschöne und große WĂ€lder, Berge, die KĂŒste, viel unberĂŒhrte Natur und die billigen GrundstĂŒckspreise des frischgerodeten Landes lockten eine Gruppe Hippies in den Norden Kaliforniens. Sie sehnten sich nach einem einfachen, simplen und gemeinschaftlichen Leben fĂŒr sich und ihre Kinder und fanden dies in den Bergen des „Emerald Triangle“.
Nach einiger Zeit hatten die, frisch zugezogenen, Vietnam Veteranen die wirtschaftlich angeschlagene Gegend zu einem aufblĂŒhenden Gebiet aufgebaut. Es wurden Schulen, Medizinische Einrichtungen, Feuerwehren, GeschĂ€fte usw. gebaut. Jedoch beschrĂ€nkte sich diese Motivation und Baulust nicht nur auf legale Einrichtungen, auch Cannabis wurde von Anfang an von den Hippies angebaut, geraucht und auch verkauft.

Humboldt locals haben in Interviews gesagt, dass dies definitiv keine verkifften Hippies waren, die nichts anderes als Gras und Sex im Kopf hatten. Ganz im Gegenteil, handelte es sich dabei um liebevolle, freundliche und hart arbeitende Menschen, die sich wirklich etwas aufbauen wollten und dies auch gemacht haben.
Bis schließlich der Hippie Gedanke von Liebe, Freiheit und Gemeinschaft verloren ging und Gesetzlosigkeit in die Berge im Norden Kaliforniens eingezogen ist.

Hanfpflanzen draußen - melonada. das Cannabis Magazin

Der Cannabis Boom im Humboldt County

In den 80er und 90er Jahren explodierte das GeschĂ€ft mit Cannabis im Humboldt County. Das Gras wurde bis nach Los Angeles verkauft und von dort aus in ganz Amerika verteilt. So bekam das „Emerald Triangle“ schnell seinen Ruf, dass Cannabis Mekka der USA zu sein. Schließlich war jeder begeistert von den Buds aus dem Red Wood Forest. Bis dato kam der großteil des, in den USA gerauchten Cannabis, aus Mexiko. Diese war jedoch nicht ansatzweise so stark wie das Weed aus dem „Emerald Triangle“. Die damalige US-Regierung war komplett auf ihren Schwachsinnigen „War on Drugs“ an der Mexikanisch-Amerikanischen Grenze fokusiert. Dadruch kam immer weniger schlechtes Cannabis aus Mexiko und immer mehr hochwertige Buds aus dem Norden Kaliforniens. Ein klassischer „Schuss in den Ofen“! 🙂

Die Menschen damals wollten schnell nichts mehr anderes Rauchen als das Gras aus Humboldt. Schließlich war es fĂŒr damalige verhĂ€ltnisse einfach „Premium Weed“. So entstand schnell ein regelrechter 2ter Goldrausch, nur eben mit Buds. Dieser zog auch immer mehr Fremde in die, doch recht abgeschnittene Gegend, bis heute Leben dort, sogar fĂŒr Amerikanische VerhĂ€ltnisse, viele verschiedene Ethien zusammen. Leider zog dies auch viele kriminelle in den Norden Kaliforniens, die einfach schnelles Geld wollten. Wodurch der Traum, der alten Hippies, fĂŒr das „Emerald Triangle“ von Liebe, Gemeinschaft und Freiheit leider schnell verloren ging und Gesetzlosigkeit, Mord und Totschlag in das Gebiet einzog.

Der Wilde Westen im Humboldt County

Anfang der 90er Jahre, als die Weed-Ader vom der Mexikanischen Grenze einigermaßen unter Kontrolle schien ( lustig, nicht?) begann die DEA sich, die Cannabis Grower im Land vorzunehmen. So wurden die einfachen Grower im Humboldt County schnell zu Outlaws und Kriminellen.
Die Bewohner des „Emerald Triangle“ mussten schnell kreativ werden um ihren Lebensstil vom Off-Grid Leben in den WĂ€ldern und Bergen zu schĂŒtzen sowie um weiter ungestört Cannabis anbauen zu können. Es wurden, im Schutze der alten KĂŒstenmamutbĂ€ume GewĂ€chshĂ€user und Grow-Anlagen errichtet, welche per Helikopter durch die Baumwipfel nur schwer zu erkennen waren. So wurde es fĂŒr die hiesigen Behörden fast unmöglich das gesamte Gebiet aus der Luft zu ĂŒberwachen. Daher wurden Bewaffnete Bodentruppen losgeschickt um das Gebiet zu durchforsten. Leider kam so dabei auch immer wieder zu einem Schusswechsel und Toten, wenn die Polizei wieder eine Grow Anlange gefunden hatte. Jedoch sind die Red Woods und das „Emerald Triangle“ ein so großes und unĂŒbersichtliches Gebiet, dass es fĂŒr die Behörden unmöglich war alles abzusuchen und zu kontrollieren. WĂ€hrend die Polizei ĂŒberlegte, wie die Weed Grower zu stoppen waren, bauten diese ihre GewĂ€chshĂ€user zu professionellen, SelbststĂ€ndig funktionierenden Off-Grid GewĂ€chshĂ€usern aus.

Im Humboldt County wurde, Outlaw typisch, mit Bargeld, Handschlag QualitĂ€t und Waffen gearbeitet. Wer nichts in den Bergen der Red Wood Mountains verloren hatte, wurde schnell wieder hinausbegleitet. Die Liste der verschwunden Personen ist lang, sehr lang. Die Polizei war lange stark ĂŒberfordert mit den vermissten Meldungen in den drei Countys des „Emerald Triangle“. Viele Angehörige zogen auf eigene Faust los und versuchten ihre Lieben zu finden oder um zumindest Gewissheit zu haben. Leider selten mit Erfolg. So behandelt ja die Netflix Serie „Murder Mountain“ den Fall des verschwundenen Garret Rodriguez. Die meisten FĂ€lle bleiben jedoch ungeklĂ€rt.

Sogar ein Trendberuf entstand im „Emerald Triangle“, der „Bud Trimmer“. Saisonarbeit, bei der fĂŒr einige Monate einfach nur Buds getrimmt werden. So konnte man sich in kurzer Zeit einen gesamten Jahreslohn erarbeiten, Bar und Steuerfrei. So zog es viele Junge aus SĂŒd Kalifornien in den Norden zum Buds schneiden. Übrigens werden auch heute noch „Bud Trimmer“ auf Saisonbasis eingestellt, solltest Du daran interessiert sein. Mit einer kurzen Google Suche wirst Du schnell fĂŒndig werden. Jedoch wird der Job schon lĂ€nger nicht mehr so gut bezahlt.

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Die Cannabis Legalisierung im Bundesstaat Kalifornien

Mit der Cannabis Legalisierung im Jahr 2016 im Bundesstaat Kalifornien weht langsam ein anderer Wind im Triangle. Immer mehr Grower melden ein legales Business an, zahlen normal Steuern und verkaufen ihr Cannabis in Dispensaries. Das auch mit Erfolg, dass Gras aus dem „Emerald Triangle“ und besonders das, aus dem Humboldt County, zĂ€hlt zu den besten im Bundesstaat bzw. im Land.
Jedoch hat noch lÀngst nicht jeder Grower im Gebiet ein Gewerbe angemeldet und bezahlt Steuern. Ein Outlaw, der 30 Jahre so gelebt hat, wird sich wohl auch nicht von einer Gesetzesform behelligen lassen. Der Schwarzmarkt floriert immer noch in Humboldt County, daher werden auch immer noch Menschen verschwinden und sterben.
Leider ist auch die Polizei nicht perfekt in der Planung, daher kommt es auch immer wieder zu bewaffneten „Raids“ auf legale Grow Anlagen.

Es gibt immer noch viele Probleme im Humboldt County, aber seit der Cannabis Legalisierung 2016 im Bundesstaat Kalifornien bessert sich die Lage.

Planst Du demnĂ€chst einen Aufenthalt in Kalifornien? Dann sieh dir auf jeden Fall ebenso unseren „Travelguide fĂŒr Kiffer: Los Angeles“ an.

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